Heimspiel Architekten
Matzken Kampherbeek PartGmbB
KRAFT.RAUM.
Landschaftsarchitektur und Stadtentwicklung
Leitidee - Städtebaulicher Kontext
Begleitet und gefasst von einem städtebaulich selbstbewusst auftretendem Gebäudeensemble bildet die Grüne Mitte das Herz des neuen Mehrgenerationenquartiers. Durch die verschiedenen Landschaftstypologien und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten entsteht hier ein Ort der Erholung für alle Bewohnenden. Bestärkt durch die mit öffentlichen und kommunikativen Nutzungen versehenen aktiven Rändern, wie bspw. dem Mehrgenerationensaal als Berührungs- und Begegnungspunkt, wird die neue grüne Mitte von einer Promenade gerahmt und schafft einen Ort der Begegnung und des naturnahen Erlebens.
Innenräumliche Organisation - Funktionale Gliederung
Mobilitätskonzept/Mobilitätshub
An dem Standort greift die konzeptionelle Leitidee, alle Quartiersränder zu aktivieren und die Zugänglichkeit für den motorisierten Individualverkehr sicher zu stellen. Die Freiräume in der Quartiersmitte hingegen sollen eine erhöhte Aufenthaltsqualität generieren, somit bleiben diese frei von motorisiertem Verkehr. Ausreichend Stellplätze werden in den Randbereichen des Quartiers abgebildet. Eine ÖPNV-Anbindung ist vom Areal her fußläufig erreichbar. Das Herzstück des Mobilitätskonzeptes ist der neue Mobilitäts-Hub. Dieses bietet vielseitige Angebote zum einen für die
Nutzer/innen, aber sorgt auch für einen quartiersübergreifenden Austausch.
Küpper-Menke-Stiftung
Durch die Ausformulierung des Baukörpers in drei zusammenhängende Gebäudeteile mit unterschiedlichen Höhen, wird der Maßstab des Küpper-Menke-Stifts heruntergebrochen und nähert sich der angrenzenden kleingliedrigen Bebauung an. Ausgehend von dem heterogenen städtebaulichen Umfeld fügt sich der neue Stadtbaustein rücksichtsvoll in die vorhandene Struktur ein.
Kinder und Jugendhaus
Das südlich gelegene Gebäudeensemble fasst städtebaulich den Quartiersplatz und stellt gleichzeitig die neue Adresse des zukünftigen Kinder- und Jugendwohnens dar. Ebenerdige Wohnbereiche werden geschaffen, welche wahlweise zusammenschaltbar sind. Die ruhebedürftigen Rückzugszimmer befinden sich im Obergeschoss und sind über eine interne Treppe mit dem Wohnbereich verbunden.
Architektursprache und Fassade
Abgeleitet aus der ruhigen und selbstbewussten Formsprache der Neubauten definiert sich auch die Gestaltung, Farbgebung und Materialität der Fassade durch den Dialog dieser beiden übergeordneten Eigenschaften. Ziel ist es ein ruhiges und langlebiges Fassadenbild zu entwerfen, welches sich in die Umgebung einfügt, den Charakter sowie
den Wert eines Mehrgenerationen-Wohnens in seiner Nutzung widerspiegelt.
Nachhaltigkeitskonzept - Rückführbar, effizient & modular
Für die schonende Quartiersentwicklung werden die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit betrachtet und fließen in den Entwurf ein. Aus ökologischer Sicht ist die Bewertung der Lebenszyklen aller verbauten Baustoffe essenziell. Der Einsatz von heimischen, ressourcenschonenden Baumaterialien sowie ein niedriger Primärenergiebedarf bei der Herstellung von verwendeten Baustoffen hat einen großen Einfluss auf den CO2-Fußabdruck des Gebäudes.
Demnach spielt das Urban-Mining Konzept eine tragende Rolle. Nach einer Bewertung des Gebäudebestandes werden die nutzbaren Gebäudeteile nach notwendigen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen mit neuen Nutzungen bespielt. So schont man den Gebäudebestand nachhaltig und minimiert den Abbruch.
- Energiekonzept & Energieeffizienz - Intelligent, flexibel & effizient
Die technische Gebäudeausrüstung soll nach dem Low-Tech-Prinzip auf das Notwendigste beschränkt werden. Das minimiert den Verbau aufwändiger und kostenintensiver Komponenten. Der Einsatz von Geothermie in Kombination mit einer Fußbodenheizung eignet sich hervorragend für ein nachhaltiges Heizkonzept mit einer geringen Vorlauftemperatur von 30 – 35 °C
- Konstruktion und Materialität - Regional, langlebig & wertig
- Folglich werden für die Neubauten in Bezug auf die Nutzung zwei nachhaltige Bauweisen gewählt, die auch in Bezug auf das Energiekonzept einen Impakt haben. Der Küpper-Menke-Stift wird als Stahlbeton-Skelettbauweise gedacht. Die modularen und vorgefertigten Holztafelmodule bilden die thermische Hülle des Gebäudes. Das Kinder- und Jugendhaus wird in Hybridbauweise geplant.
- So werden die Erschließungskerne in Stahlbetonbauweise hergestellt und die thermische Gebäudehülle als Holztafelbauweise ergänzt. Die Holzbalkenverbunddecken sollen den Anteil nachhaltiger Baustoffe zusätzlich erhöhen. Das Ausbauraster in der Gebäudestrukturen bietet ein hohes Maß an Flexibilität. Durch die Anpassungsfähigkeit der Gebäudekomplexe kann die Nutzung innerhalb ihrer Lebenszyklen problemlos abweichen.
- Fazit
- Das Projekt bringt eine starke städtebauliche Identität in die städtische Umgebung und nimmt dabei Kontext auf und denkt die Stadt weiter. Die Verschiebungen der Gebäudeensemble bilden einen geschützten Quartiersplatz aus und bilden gleichzeitig individuelle Adressen aus. Darüber hinaus bewirkt die klare Gliederung der inneren Funktionsbereiche ein flexibles Raumgefüge für die gewünschte Vielzahl von Nutzungen.
